Lesezeit — 11 min.
10772
Ein Gruppenfoto oder einzelne Aufnahmen
Ein Familienporträt beginnt mit den Fotos der Menschen, nicht mit dem Hintergrund. Ein gutes Gruppenfoto kann die gewünschten Posen und die Stimmung bereits zeigen. Gibt es kein solches Bild, sollte zuerst geprüft werden, ob sich einzelne Aufnahmen für eine gemeinsame gezeichnete Szene eignen.
Ein Gruppenfoto ist eine praktische Grundlage, wenn alle Gesichter deutlich zu erkennen sind, den Personen ihr Ausdruck gefällt und niemand in einem ungünstigen Bewegungsmoment aufgenommen wurde. Hat jemand die Augen geschlossen, kann ein zusätzliches Foto helfen, sein Aussehen zu erfassen. Ob sich die Gesichtsdarstellung ersetzen lässt, hängt von den konkreten Vorlagen ab.
Bei einem zusammenhängenden gezeichneten Porträt werden Größenverhältnisse und Licht aufeinander abgestimmt. Eine Fotocollage aus einzelnen Aufnahmen erhält dagegen die eigenständigen Bilder. Sie kann geeigneter sein, wenn verschiedene Ereignisse und ihre ursprüngliche Umgebung sichtbar bleiben sollen.

So wählen Sie das Foto jeder Person aus
Wählen Sie für jede Person ein Hauptfoto und bei Bedarf eine ergänzende Aufnahme zur Verdeutlichung des Aussehens. Markieren Sie, welcher Gesichtsausdruck übernommen werden soll, statt die Auswahl zwischen unterschiedlichen Blickrichtungen und Lächeln offenzulassen.
- Gesichtsdetails und Schärfe. Vergrößern Sie das Foto und prüfen Sie Augen, Nase und Lippenkonturen. Das Gesicht sollte nicht nur ein winziger Ausschnitt einer großen Szene sein. Die Dateigröße in Kilobyte ist allein kein Qualitätsnachweis.
- Aufnahmewinkel. Fotos mit ähnlicher Kamerahöhe und zueinander passenden Kopfhaltungen lassen sich leichter für eine gemeinsame Szene beurteilen. Ein Selfie von oben und eine reine Profilaufnahme liefern unterschiedliche Informationen.
- Ausdruck. Wählen Sie einen vertrauten Blick oder ein typisches Lächeln. Nicht alle müssen gleich lächeln, ihre Gesichtsausdrücke sollten aber zur gewünschten Stimmung passen.
- Licht. Gesichtszüge sollten ohne tiefe Schatten oder ausgefressene helle Stellen erkennbar sein. Hartes Licht aus entgegengesetzten Richtungen erschwert das Zusammenführen verschiedener Aufnahmen.
- Originaldatei. Senden Sie nach Möglichkeit das Original vom Smartphone oder der Kamera. Screenshots und mehrfach weitergeleitete Kopien können Details verlieren. Starke Filter erschweren ebenfalls die Beurteilung des Aussehens.
Ist ein Bild ungeeignet, suchen Sie eine andere Aufnahme oder fotografieren Sie die Person erneut bei weichem Tageslicht. Bei alten Papierfotos kann ein sorgfältiger Scan helfen. Ist eine neue Aufnahme nicht möglich, zeigen Sie die vorhandenen Varianten vor der endgültigen Planung: Vielleicht ist ein anderer Blickwinkel oder ein einfacherer Bildaufbau nötig. Nicht jede Auswahl lässt sich überzeugend zusammenführen.
Wer gehört ins Porträt und wie wird die Gruppe angeordnet
Listen Sie zunächst alle Personen und Haustiere auf. Geben Sie an, in welchem Alter die Menschen dargestellt werden sollen und welche Merkmale erhalten bleiben müssen: etwa Brille, Frisur oder die Fellzeichnung eines Tieres.
Beschreiben Sie die Anordnung aus Sicht des Betrachters von links nach rechts. Beispielsweise stehen die Erwachsenen hinten und die Kinder vorne, oder die Großeltern sitzen in der Mitte und die anderen daneben. Erklären Sie, wer tatsächlich größer ist, wer sitzt oder steht und wie nah die Personen beieinander sein sollen. Die Kopfgröße im einzelnen Foto darf nicht automatisch den Maßstab im fertigen Bild bestimmen.
Lassen Sie Platz über den Köpfen und zu den Bildrändern. Gesichter sollten einander nicht verdecken, der Hintergrund sollte nicht von den Personen ablenken. Besprechen Sie bei einer großen Familie frühzeitig das Format: Je mehr Menschen auf ein kleines Bild kommen, desto kleiner werden die Gesichter. Für die künstlerische Richtung hilft der Beitrag zur Wahl eines Porträtstils als Geschenk.

Dateien benennen und einen klaren Auftrag formulieren
Benennen Sie die Dateien eindeutig, zum Beispiel „Mutter_Hauptfoto“, „Vater_Hauptfoto“, „Tochter_Laecheln“ und „Sohn_Ergaenzung“. Fügen Sie einem Gruppenfoto eine Namensliste von links nach rechts bei. Kennzeichnen Sie bei mehreren ähnlichen Varianten die Hauptvorlage.
Ein kurzer Auftrag könnte lauten: „Vier Personen. Eltern hinten, Kinder vorne. Die Brille des Vaters und das Lächeln der Tochter aus dem Hauptfoto erhalten. Heller, ruhiger Hintergrund, ohne Beschriftung. Gewünscht ist ein Querformat; die genaue Größe besprechen wir nach der Beurteilung der Komposition.“
Beispiele und verfügbare Auswahlmöglichkeiten finden Sie auf der Produktseite für ein Familienporträt nach Fotos. Digitale Zeichnung, Druck und zusätzliche Veredelung sind unterschiedliche Arbeitsschritte. Eine malerische Wirkung bedeutet nicht, dass das Bild von Hand mit Ölfarben gemalt wurde. Materialien, Ausführung und Termine sind für die gewählte Variante zu klären.
Zwei Beispiele für eine Familienkomposition
Die folgenden Situationen sind fiktive Beispiele und keine Berichte über ausgeführte Kundenaufträge.
Eine vierköpfige Familie mit unterschiedlichen Vorlagen
Von Mutter und Tochter gibt es klare Aufnahmen am Fenster, vom Vater ein dunkles Profilbild, und der Sohn ist auf einem Schulgruppenfoto gut getroffen. Zuerst sollte für den Vater ein besser passender Aufnahmewinkel gesucht und das Gesicht des Sohnes in der Originaldatei geprüft werden. Geplant sind die Eltern in der hinteren Reihe und die Kinder etwas davor, ohne alle gleich groß darzustellen. Die endgültige Anordnung folgt erst nach der Beurteilung der Vorlagen.
Ein Porträt mehrerer Generationen
Die Großeltern sind gemeinsam auf einem alten Foto zu sehen, Kinder und Enkel auf neueren Einzelaufnahmen. Klären Sie, ob jede Person in dem Alter erscheinen soll, das ihr ausgewähltes Foto zeigt. Eine Möglichkeit ist die ältere Generation in der Mitte und die übrige Familie daneben; Familiengruppen und gewünschte Posen werden ausdrücklich benannt. Sind die alten Gesichter sehr klein oder beschädigt, müssen zunächst die Grenzen einer Wiederherstellung besprochen werden. Alternativ können die Originalaufnahmen als einzelne Teile einer Collage erhalten bleiben.
Den Entwurf des Familienporträts vor dem Druck prüfen
Prüfen Sie am gemeinsamen Entwurf zuerst, ob alle Personen vorhanden und wiederzuerkennen sind und ob das gewünschte Alter dargestellt ist. Beurteilen Sie danach Größenverhältnisse, natürliche Posen, Hände, Abstände und den Freiraum zu den Rändern.
Bei einer Beschriftung kontrollieren Sie Namen, Daten und die Position des Textes gesondert. Besprechen Sie eine aktuelle Entwurfsversion und sammeln Sie die Rückmeldungen der Familie in einer Liste. Die ausführliche Prüfung des fertigen Porträts vor dem Druck betrifft bereits die gezeichnete Arbeit; die Qualität der Ausgangsfotos sollte vorher beurteilt werden.
Klare Vorlagen, eine vollständige Personenliste und konkrete Angaben zur Anordnung machen aus einzelnen Gesichtern einen verständlichen Auftrag für ein gemeinsames Familienporträt.